EMC Pressemitteilung 05/2013 European Music Council
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3rd European Forum on Music: Re>>generating Europe through music


Über 120 Musikschaffende aus ganz Europa kamen nach Glasgow, um über die Rolle von Musik für Regenerationsprozesse in Städten zu diskutieren und zu erörtern wie und ob diese auf einen breiteren europäischen Kontext übertragbar sind.
 
Austragungsort des Forums war die schottische Stadt Glasgow, seines Zeichens UNESCO City of Music, die seit den 1980er Jahren den Wandel von einer ehemaligen Industriestadt zu einer kulturellen und kreativen Metropole vollzieht.
 
Die beiden Auftaktreden wurden von Pete Wishart, Abgeordneter des britischen Unterhauses für die Scottish National Party und ehemaliger Keyboarder der Band Runrig sowie Simon Frith, Musiksoziologe der Universität Edinburgh gehalten. Wishart betonte den ökonomischen Nutzen von Musik- und Kreativindustrie. Selbst in der derzeitigen ökonomischen und finanziellen Krise wachse der Kreativsektor, der auch die Kraft habe auf die übrige Wirtschaft abzufärben. Essentiell für das weitere Wachstum des Musik- und Kreativsektors ist für ihn der Schutz und die Einhaltung von Copyrights.
 
Simon Frith erwiderte, dass die Musikindustrie an sich noch keine Musikkultur hervorbringe sondern eine lebendige Musikkultur vielmehr zur Entwicklung einer Musikindustrie beitrage. Dabei sei eine lebendige Musikkultur nicht unbedingt mit ökonomischen Parametern zu messen, da viele Menschen aktiv Musik machen, ohne davon ihren Lebensunterhalt bestreiten zu müssen. Die Musikindustrie sei natürlicherweise stärker an der Entwicklung des Mainstreams interessiert, weshalb es eine der Aufgaben der öffentlichen Hand sei, innovative Ideen zu fördern und neue Besucher zu aktivieren. Frith schloss mit der Frage: „Was ist gute Musik für ein Land, eine Region oder eine Stadt? Was ist ein gutes Land, eine gute Region oder eine gute Stadt für Musik?“. Die Antwort darauf lieferte Frith selbst, indem er den Stellenwert betonte, den geographische, soziologische und sozialpsychologische Aspekte für die Entwicklung einer florierenden und lebendigen Musikkultur einnehmen.
 
Das Forum veranschaulichte in vielfältigen Präsentationen, Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen wie auf lokaler, vor allem städtischer Ebene Investitionen in Musik und Kultur zu einer positiven Entwicklung beitragen konnten. Doch wie ist dies auf Europa zu übertragen? Um Simon Friths These aufzugreifen: Wenn verschiedene Faktoren für die Entwicklung und den Erhalt einer lebendigen Musikkultur notwendig sind, so ist für ein lebendiges Europa die vielgepriesene „Einheit in der Vielfalt“ erforderlich. Eine Regeneration Europas kann also nur dann erfolgreich gelingen, wenn in Vielfalt, also auch in Kultur und sozialen Zusammenhalt investiert wird.
 
In diesem Zusammenhang wirkte Ann Branchs Vortrag wenig ermutigend, in dem sie die aktuelle Sachlage zum zukünftigen Kultur- und Medienprogramm der EU, „Creative Europe“, vorstellte und die Teilnehmenden darauf vorbereitete, dass eine Kürzung des Budgets von 1.8 Milliarden Euro für 7 Jahre sehr wahrscheinlich sei. Dies wirkt hier leider nicht aufmunternd und sollte in den anstehenden Verhandlungen noch einmal überdacht werden.
 
Denn Europa braucht Musik und Musik braucht Europa.

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