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News

DMR Newsletter 01/2015

Latest News from the German Music Council

TTIP & Co ? Blick in die Glaskugel

In Kürze wird die neue Ausgabe des Musikforums mit dem Themenschwerpunkt "Balanceakt Liberalisierung. Was uns TTIP/CETA und TiSA vorgaukeln" erscheinen. In zahlreichen Beiträgen wird das Thema von Experten aus Politik, Kultur und Wirtschaft beleuchtet. Als Vorgeschmack können Sie bereits jetzt einen Auszug aus dem Editorial von Chefredakteur Prof. Christian Höppner lesen:

TTIP & Co - Blick in die Glaskugel: Reale Gefahr oder Chlorhühnchen-Alarm für die Kultur?

Freihandel ist für sich genommen kein Teufelszeug, sondern kann viele Chancen für wirtschaftliche Prosperität eröffnen. 130 Freihandelsabkommen hat Deutschland bereits jetzt abgeschlossen. Es geht aber in der Fortführung des GATS-Prozesses der Welthandelsorganisation und in der zeitlichen Verdichtung globaler Abkommen um mehr: um die Liberalisierung der Märkte in allen gesellschaftlichen Bereichen. Wenn die geplante Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen (TiSA) im "Kreis der guten Freunde" in Geheimverhandlungen in der australischen Botschaft in Genf vorangetrieben wird und zugleich mit TTIP internationale Schiedsgerichte nationale und europäische Gerichtsbarkeit aushebeln sollen, dann stehen alle öffentlichen Investitionen - auch für Bildung, Wissenschaft und Kultur - zur Disposition, im Interesse einer radikalen Marktliberalisierung. Der bereits jetzt erodierende gesellschaftliche Konsens, dass Bildung, Wissenschaft und Kultur eine öffentliche Aufgabe, in öffentlicher Verantwortung und damit in überwiegend öffentlicher Finanzierung sind, wird durch die rein monitäre Profitorientierung zum Fallbeil für die Kulturelle Vielfalt in unserem Land. Davon wären auch bedeutende Teile der nicht exportorientierten Kulturwirtschaft - z.B. durch Wegfall des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes und der Buchpreisbindung - betroffen. Die Liberalisierung der Märkte macht weder vor den Kirchentüren, den Universitäten und Hochschulen, den kommunalen Musikschulen, den Musikvereinen, den Einrichtungen zur Fort-, Aus- und Weiterbildung, den Stiftungen, den Orchestern noch vor dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) halt. Im Verständnis der USA ist der ÖRR ein Telekommunikationsunternehmen und nicht Teil des zu schützenden audio-visuellen Bereiches. Die Formel ist einfach: zwei oder mehr Marktteilnehmer = keine öffentliche Förderung. In der Logik von TTIP würde jede öffentliche Förderung eine Wettbewerbsverzerrung darstellen und wäre damit ein Fall für die internationalen Schiedsgerichte.

In zahlreichen Gesprächen versichern mir Abgeordnete wie Mitglieder der Bundesregierung immer wieder, dass für sie die Kulturelle Vielfalt ein hohes Gut sei, das natürlich zu schützen sei. Wie soll das gehen, wenn ein Vertragspartner (USA) die UNESCO-Konvention Kulturelle Vielfalt gar nicht ratifiziert hat und der andere Partner sich bei der Vertragsgestaltung darauf berufen will? Informationen? Tröpfchenweise. Spekulationen? Massenhaft - Dank der demokratiefeindlichen Geheimhaltungspolitik der Europäischen Kommission. Mit dieser Ausgabe des Musikforums wollen wir den Versuch einer differenzierten Auseinandersetzung mit diesem für unser Land und Europa so existenziellen Thema versuchen. Der Blick in die Glaskugel ist angesichts einer desaströsen Informationspolitik unvermeidlich, sollte uns aber nicht den Blick auf die Zusammenhänge vernebeln.


Gebt uns Songs!

Songwriting Competition for Vocalbands

Anlässlich der dritten chor.com, die im Oktober 2015 in Dortmund stattfindet, schreiben die chor.com und der Helbling Verlag zusammen mit dem PopCamp des Deutschen Musikrates wieder einen Wettbewerb aus: die Songwriting Competition for Vocalbands. Die Szene der Vocalbands in Deutschland ist groß und wächst ständig weiter. Wie in der Pop? und Rockszene üblich, schreiben Vocalbands die meisten ihrer Songs selbst. Die Songwriting Competition möchte die Szene aktivieren und die Songs einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Der Wettbewerb richtet sich deutschlandweit an Vocalbands mit drei bis acht Mitgliedern und deren Songwriter. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2015.

Weitere Informationen unter www.chor.com/gebtunssongs


http://www.chor.com/gebtunssongs

Christian Reif gewinnt Deutschen Operettenpreis für junge Dirigenten

Zum 7. Mal zeichneten Oper Leipzig und Deutscher Musikrat einen jungen Dirigenten aus.

Beim Abschlusskonzert des Operettenworkshops, das am vergangenen Sonnabend in der ausverkauften Musikalischen Komödie stattfand, wurde der 7. Deutsche Operettenpreis für junge Dirigenten an Christian Reif verliehen. Er konnte beim Konzert vor allem mit seiner Interpretation des "Kaiserwalzers" von Johann Strauss und der Ouvertüre zur "Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán überzeugen. Insgesamt vier Teilnehmer nahmen an dem diesjährigen Workshop unter Leitung von Roland Seiffarth, Ehrendirigent der Musikalischen Komödie, teil und stellten sich im Abschlusskonzert dem Votum einer fünfköpfigen Jury, der neben Seiffarth Tobias Engeli, 1. Kapellmeister an der Musikalischen Komödie, der Theaterwissenschaftler und Operettenforscher Dr. Stefan Frey sowie Kammersängerin Dagmar Schellenberger, Intendantin der Seefestspiele Mörbisch, angehörten. Den Vorsitz der Jury übernahm erneut der österreichische Dirigent Manfred Mayrhofer. Fachkundige Unterstützung erhielten die jungen Dirigenten darüber hinaus durch das mitwirkende Orchester der Musikalischen Komödie sowie die Ensemblemitglieder Verena Barth-Jurca, Lilli Wünscher, Milko Milev, Andreas Rainer und Radoslaw Rydlewski. Das Programm bot einen Streifzug durch die gängige Operettenliteratur mit Titeln von Strauss, Lehár und Kálmán.

Auch das Leipziger Publikum konnte im Konzert seinen Favoriten per Stimmkarte wählen. Der Publikumspreis der Leipziger Volkszeitung ging in diesem Jahr an François López-Ferrer. Der Preis wurde von Peter Korfmacher, Ressortleiter Kultur der LVZ, übergeben. Das Konzert wurde von MDR Figaro live übertragen, durch das Programm führte Bettina Volksdorf.

Mit dem Preisträger Christian Reif wird es in der kommenden Saison ein Wiedersehen in Leipzig geben, da der Preis eine Assistenz bei der Neuproduktion von "Wiener Blut" (Johann Strauss) an der Musikalischen Komödie und die Übernahme von Vorstellungsdirigaten bereithält.

Christian Reif ist seit 2014 Conducting Fellow bei der New World Symphony in Miami. Er wurde 2014 in die Förderung des DIRIGENTENFORUMs aufgenommen.

Weitere Informationen unter www.musikrat.de/dirigentenforum

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