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News

Musik rettet die Welt?

Der durchaus politisch verstandene Feiertag des Österreichischen
Musikrats (ÖMR)
zu seinem 60-jährigen Bestehen am 10. November 2016 an
der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) zeigte
neue Wege der Kooperation zwischen Musikschaffenden und Ministerien auf:
Das Bildungsministerium wird der Integration der Musikschulen mehr
Aufmerksamkeit schenken, das Wirtschaftsministerium die Konzepte von
„Austrian Music Export" unterstützen.

Beim sachlich und musikalisch vielfältigen und hochkarätigen Festakt
fokussierte die Generalsekretärin des Internationalen Musikrats Silja
Fischer (Paris) die weltweite Umsetzung der fünf Menschenrechte in
puncto Musik (siehe unten), die mdw-Rektorin Ulrike Sych betonte die
grundlegende Bedeutung musikalischer Bildung, die Generalsekretärin der
Österreichischen UNESCO Kommission die Umsetzung der UNESCO Konvention
zur kulturellen Vielfalt. Grußbotschaften wurden von Vertreterinnen und
Vertretern des Europäischen Musikrats und des Bundeskanzleramts
vorgetragen. Ehrenpräsident Gottfried Scholz erzählte aus der
Gründungszeit, die bis 1989 vom „Kalten Krieg" geprägt war, ein
Streichquartett des ersten Präsidenten des ÖMR Gottfried von Einem
gelangte zur Aufführung.

Der amtierende ÖMR-Präsident Harald Huber dankte allen
Interessensverbänden für die hervorragende, oftmals ehrenamtliche
Arbeit und betonte die grundlegenden Werte des Musikrats: „Wir sind
der Meinung, dass die Verbindung von künstlerischer Qualität und
sozialem Engagement eine wesentliche und nicht zu unterschätzende
gesellschaftliche Kraft darstellt. Von Musik gehen entscheidende Impulse
aus, um unsere Gesellschaft im Sinne der Humanität tagtäglich
weiterzuentwickeln - auch wenn es um die Aufarbeitung traumatisierender
Kriegserfahrungen geht. In dieser Hinsicht sind wir tagtäglich
gefordert und werden nicht müde werden, die sozialen, emotionalen und
intellektuellen Potenziale eines lebendigen Musiklebens einzubringen."

EINBEZIEHUNG DER MUSIKSCHULEN IN DAS ÖSTERREICHISCHE SCHULSYSTEM

Musikschulen sind mit über 200.000 SchülerInnen hinter der allgemeinen
Pflichtschule der zweitgrößte Schultyp in Österreich - ex aequo mit
der Gesamtzahl der SchülerInnen in Allgemeinbildenden Höheren Schulen
(AHS). Musikschulen scheinen aber derzeit in allen einschlägigen
Statistiken und Grafiken nicht auf. Dies führt zu einer Reihe von
absurden und kontraproduktiven Tatbeständen:
- Musikschulunterricht ist institutionell nicht in das Angebot
ganztägiger Schulformen eingebunden.
- Instrumentale Fähigkeiten, die an Musikschulen erworben werden, sind
für die erfreulicherweise neu geschaffene Matura im Fach
„Instrumentalmusik" nicht anrechenbar.
Das Interesse an Kooperationen zwischen Schulen und Musikschulen ist
groß, braucht aber einen institutionellen Rahmen: Das vom
Bildungsministerium derzeit stillgelegte Dialogforum sollte daher rasch
wieder seine Arbeit aufnehmen!

Kooperation ist auch an anderen Baustellen des österreichischen
Bildungswesens das derzeit aktuelle Stichwort: Die Absicherung von
Qualität und Quantität des schulischen Musikunterrichts im gesamten
Bundesgebiet durch Modelle der Zusammenarbeit von Musikunversitäten,
Konservatorien und Pädagogischen Hochschulen („PädagogInnenbildung
Neu") ist derzeit ein Gebot der Stunde.

INTERMINISTERIELLE FÖRDERUNG DES ÖSTERREICHISCHEN MUSIKEXPORTS

Erstmals ist es gelungen, neben dem Bundeskanzleramt (Sektion Kunst &
Kultur) und dem Außenministerium auch das Wirtschaftsministerium für
eine stärkere Unterstützung der Initiative „Austrian Music Export"
(AME) zu gewinnen. AME wird gemeinsam vom Österreichischen Musikfonds
und von MICA - Music Austria organisiert und braucht dringend
längerfristige Perspektiven, um die Präsenz von Musik aus Österreich
international wirksam zu steigern und zu fördern.

Das Musikprogramm des Festakts zeigte eine bunte Vielfalt von Musik aus
Österreich von zeitgenössischer Kammermusik bis zu Pop, Elektronik und
World Music (siehe Programm).

FÜNF MUSIKRECHTE (INTERNATIONAL MUSIC COUNCIL - IMC)

1_Alle Kinder und Erwachsenen haben das Recht, sich in aller Freiheit
musikalisch auszudrücken

2_Alle Kinder und Erwachsenen haben das Recht, musikalische
Ausdrucksformen und Fähigkeiten zu erlernen

3_Alle Kinder und Erwachsenen haben das Recht auf Zugang zu
musikalischen Aktivitäten: zur Teilnahme, zum Hören, zum musikalischen
Schaffen und zur Information

4_Musikschaffende haben das Recht, sich als KünstlerInnen zu entwickeln
und das Recht auf Kommunikation in allen Medien, indem ihnen angemessene
Einrichtungen zu ihrer Verfügung stehen

5_Musikschaffende haben das Recht auf angemessene Anerkennung und
Vergütung für ihre Arbeit

__Rückfragehinweis__
Österreichischer Musikrat (ÖMR)
Rennweg 8, 1030 Wien
E-Mail: office(at)oemr.at
Web: www.oemr.at
Dr. Harald Huber, Präsident des ÖMR
Mobil: +43 664 421 33 73
Mag. Günther Wildner, Generalsekretär des ÖMR
Mobil: +43 699 126 96 54 2
E-Mail: presse(at)oemr.at

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